Alleinleben erhöht das Sterberisiko nach Herzinfarkt

Psychosoziale Faktoren wie sozialer Halt beeinflussen den Verlauf kardiovaskulärer Krankheiten, sind aber schwer zu messen. Ob sie sich unterschiedlich auf die Sterblichkeit von Männern und Frauen nach einem akuten Myokardinfarkt (MI) auswirken, war bislang unklar.

In einer Kohortenstudie untersuchte man, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Alleinleben bzw. einer partnerschaftlichen Unterstützung und der Sterberate nach der Entlassung nach einem akuten Myokardinfarkt.
Ferner wollte man wissen, ob diese Beziehung sich bei Männern und Frauen unterscheidet. Probanden waren alle Patienten, die an einem bestimmten städtischen Krankenhaus im Rechnungsjahr 1998/1999 wegen eines Herzinfarkts behandelt worden waren.

Von den insgesamt 880 Patienten lebten 164 (18,6%) allein; sie waren eher weiblich im Vergleich zu denen mit Familie oder Partnerschaft. Das Alleinleben war in unabhängiger Weise mit der Sterblichkeit assoziiert (HR 1,6), interagierte aber mit dem Patientengeschlecht. Allein lebende Männerwiesen das höchste Sterberisiko auf (HR 2,0), gefolgt von allein lebenden Frauen (HR 1,2), Männern mit Familie/Partnerschaft (HR 1,0) und Frauen mit Familie/ Partnerschaft (HR 0,9).

FAZIT: Alleinleben erhöht das Sterberisiko nach einem akuten Myokardinfarkt signifikant, vor allem bei Männern. (EH)

Sehmaltz HN et al.: Living alone, patient sex and mortality after acute myocardial infarction. JGIM 22 (2007) 572-578

Kardio-Depesche 18/2007