Autoabgase behindern Lungenentwicklung

Kinder, die nahe bei Autobahnen wohnen, haben eine schlechtere Lungenfunktion.
LOS ANGELES (mut). Ein Leben nahe den Autobahnen schadet offenbar Kinderlungen. Als Erwachsene haben solche Kinder eine deutlich reduzierte Lungenfunktion.
Sowohl die forcierte Vitalkapazität (FVC) als auch die Einsekundenkapazität (FEV1) ist bei Kindern vermindert, die näher als 500 Meter von einer Autobahn aufwachsen. Das hat eine Studie aus Kalifornien ergeben, in der 3700 Kinder ab dem Alter von 10 Jahren insgesamt acht Jahre lang beobachtet wurden. 440 Kinder, etwa 12%, lebten näher als 500 Meter an einer Autobahn.
Im Schnitt nahm der FVC-Wert bei den Kindern in dieser Zeit um 2160 ml zu, der FEV1-Wert um 1861 ml.
Bei den Kindern, die im Abstand von weniger als 500 Meter zu einer Autobahn aufwuchsen, lag der Zuwachs bei der FVC um 63 ml unter dem Durchschnitt, bei der FEV1 um 81 ml darunter.
Da die Lungenentwicklung im Alter von 18 Jahren praktisch abgeschlossen ist, gehen die Forscher um Dr. James Gauderman aus Los Angeles davon aus, dass Kinder, die in der Nähe von viel befahrenen Strasse aufwachsen, zeitlebens eine eingeschränkte Lungenfunktion haben. Das berichteten sie online in der Zeitschrift "The Lancet".
Quelle: Ärzte Zeitung Nr. 16 vom 29.01.2007