Pharmafirmen trotz Trickserei weiter beliebt bei Ärzten

Einem Bericht des ARD-magazins "Report" zufolge umgehen 14 Pharmafirmen den im vergangenen Jahr eingeführten Zwangsrabatt auf Generika.
Weil seit dem 01. Januar 2007 auch freiwillige Preissenkungen der Hersteller auf Rabatt angerechnet werden, hätten die Firmen vorsorglich ihre Preise erhöht, dann aber wieder so gesenkt, dass nun der eigentlich vorgesehene Herstellerrabatt entfällt. Der Schaden, der durch diese Pharmafirmen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zugefügt wird, beziffert der AOK-Bundesverband auf mindestens 150 Millionen Euro.
Trotzdem sind Pharmareferenten bei Hausärzten gern gesehen Gäste: Nach einem Bericht der Brendan-Schmittmann-Stiftung empfangen Hausärzte im Durchschnitt
wöchentlich etwa 8 Pharmareferenten, Fachärzte hingegen nur 4. Der Nutzen der Gespräche wird von 63% der Vertragsärzte als "wertvoll" bezeichnet. Für nur 19% seinen diese Gespräche "wertlos" und eine Gruppe von 17% gab an, den Nutzen nicht beurteilen zu können. (...) Grundlagen der Studie sind die Ergebnisse einer bundesweiten schriftlichen Befragung von 6568 Vertragsärzten im Oktober 2006. bemerkenswert ist dabei, dass bei einer zu unterstellenden Kontaktzeit von 15 Minuten pro Pharmareferent, ein Hausarzt 120 Minuten wöchentlich - also 2 Stunden - seiner Sprech- oder Freizeit dem Dialog mit Mitarbeitern der Pharmaindustrie widmet.
Quelle: Der Hausarzt 2/07.