Von wegen "weiche" Droge! - Cannabis-Abhängigkeit verpfuscht das Leben
31/Juli/2008/10:17 Abgelegt in:Doping
ESSEN - Cannabiskonsum ist riskant. Es gibt immer mehr Abhängige und sie schlagen sich mit vielen Problemen herum: schaffen ihren Schulabschluss nicht, finden keinen Job und keinen Partner und geraten nicht selten mit dem Gesetz in Konflikt.
Oft wird Cannabiskonsum verharmlost, teilweise auch durch Kostenträger, die die Behandlungsbedürftigkeit der Cannabisabhängigkeit infrage stellen. Dabei sind die Daten aus der Essener Cannabisambulanz alarmierend, die FRANK HÖLSCHER und Kollegen kürzlich im "Nervenarzt" veröffentlichten.
Oft wird Cannabiskonsum verharmlost, teilweise auch durch Kostenträger, die die Behandlungsbedürftigkeit der Cannabisabhängigkeit infrage stellen. Dabei sind die Daten aus der Essener Cannabisambulanz alarmierend, die FRANK HÖLSCHER und Kollegen kürzlich im "Nervenarzt" veröffentlichten.
Seit Sommer 2005 gibt es an den Rheinischen Kliniken Essen ein ambulantes Angebot zur Diagnostik und Therapie cannabisbezogener Störungen. Das Einzugsgebiet ist überregional, die Behandlung freiwillig. Die Essener Kollegen werteten die Daten von 90 konsekutiven Patienten (74 Männer, 16 Frauen) aus und diagnostizierten bei 87 % eine Cannabisabhängigkeit und bei 13 % einen schädlichen Gebrauch. Das Durchschnittsalter lag bei 27,5 Jahren. Im Schnitt hatten die jungen Leute bereits mit 17 Jahren begonnen, mindestens einmal im Monat Cannabis zu rauchen.
Jeder Vierte hat Ärger mit der Justiz
19 % der Essener Patienten hatten keinen Schulabschluss, 66 % keine abgeschlossene Berufsausbildung, 43 % keinen Führerschein und 37 % waren arbeitslos. Diese Zahlen lagen durchweg höher als in der 20- bis 30-jährigen Allgemeinbevölkerung. Außerdem lebten 39 % der Cannabiskonsumenten allein und jeder vierte hatte juristische Probleme. Bei 42 % wurden weitere psychische Störungen wie Alkohol- oder Kokainmissbrauch, Panikstörung, soziale Phobie oder schizophrene Psychose diagnostiziert.
Die meisten Patienten erfüllten wesentliche Kriterien für eine schwere Abhängigkeitserkrankung und zeigten einen chronischen Verlauf. Wie bei anderen Abhängigkeitserkrankungen ist eine multidimensionale Therapie indiziert, unterstreichen die Autoren. AW
Frank Hälscher et al., Nervenarzt 2008; 79: 571-576, Quelle: Medical Tribune 25.07.2008
Jeder Vierte hat Ärger mit der Justiz
19 % der Essener Patienten hatten keinen Schulabschluss, 66 % keine abgeschlossene Berufsausbildung, 43 % keinen Führerschein und 37 % waren arbeitslos. Diese Zahlen lagen durchweg höher als in der 20- bis 30-jährigen Allgemeinbevölkerung. Außerdem lebten 39 % der Cannabiskonsumenten allein und jeder vierte hatte juristische Probleme. Bei 42 % wurden weitere psychische Störungen wie Alkohol- oder Kokainmissbrauch, Panikstörung, soziale Phobie oder schizophrene Psychose diagnostiziert.
Die meisten Patienten erfüllten wesentliche Kriterien für eine schwere Abhängigkeitserkrankung und zeigten einen chronischen Verlauf. Wie bei anderen Abhängigkeitserkrankungen ist eine multidimensionale Therapie indiziert, unterstreichen die Autoren. AW
Frank Hälscher et al., Nervenarzt 2008; 79: 571-576, Quelle: Medical Tribune 25.07.2008