Herzinfarkt und depressiv? Dann ist die Prognose besonders ungünstig

Bei Komorbidität sind Nebeneffekte der Antidepressiva besonders zu beachten

Depressive klagen meist über körperliche Beschwerden, umgekehrt hat etwa ein Viertel der Patienten mit chronischen somatischen Krankheiten eine behandlungsbedürftige Depression. Bei ihnen ist die Prognose besonders ungünstig.

Diabetiker haben ein dreimal höheres Risiko für Depressionen als Nicht-Diabetiker, und Depressive ein dreimal höheres Risiko für Diabetes als Nicht-Depressive.

Solche Komorbiditäten erhöhen die Sterberate drastisch. In einer Zehn- Jahres-Studie mit 8000 Teilnehmern war sie bei depressiven Diabetikern um 54 Prozent höher als bei Diabetikern ohne Depressionen. Erklärung der Autoren: Blutzuckerkontrolle und Medikamenten-Einnahme sind erschwert. (...)

• Bei Patienten, die nach einem Herzinfarkt an Depressionen .erkrankten, ist nach einer Studie das Risiko, innerhalb eines halben Jahres aus kardialer Ursache zu sterben, drei- bis sechsfach höher als bei Infarkt-Patienten ohne Depressionen. (...)

• Fast jeder zweite Schlaganfall-Patient bekommt im Jahr nach dem Ereignis Depressionen. (...)

• Besonders anfäIlig für Depressionen sind Frauen nach der Menopause, so eine US-Studie: Vor den Wechseljahren lag die Häufigkeit schwerer Depressionen unter den Teilnehmerinnen bei knapp zehn Prozent, danach fast doppelt so hoch. (...)
Quelle: Ärzte Zeitung, 31.07.20007

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