Unerwünschte Arzneimittelwirkung (UAW)

Jeder zweite Todesfall durch UAW wäre vermeidbar.
Überträgt man die Daten einer norwegischen Studie auf Deutschland, sterben bei uns jedes Jahr mehr als 50 000 Menschen an unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW). Schätzungsweise jeder zweite Todesfall wäre vermeidbar.


Eine prospektive Studie an der Universität Oslo hat ergeben, dass mehr als 18% der dort im Verlauf von zwei Jahren aufgetretene Todesfälle durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) bedingt waren. Für die Studie waren 80% der gestorbenen Patienten autopsiert worden. Ohne Autopsie wären gerade mal 8 der insgesamt 133 UAW-bedingten Todesfälle auch als solche erkannt worden. Was aber noch wichtiger ist: Jeder zweite Todesfall wäre vermeidbar gewesen, berichtet Prof. Dr. Jürgen Frölich, Institut für Klinische Pharmakologie der Medizinischen Hochschule Hannover.
57 000 Tote jährlich durch UAW in Deutschland?
Übeträgt man diese Daten auf Deutschland, was nach Ansicht von Frölich "ohne jeden Zweifel realistisch ist", gibt es jährlich bei uns 57 000 Tote durch unerwünschte Arzneimittelwirkung. UAW sind nach Ansicht des klinischen Pharmakologen ein großes Problem: "Ich bin erstaunt, dass es in der Praxis als solches überhaupt nicht wahrgenommen wird." (Quelle: Der Hausarzt 14/06)