Ekzementwicklung weltweit uneinheitlich

Der ISAAC-Studie ist es zu verdanken, dass weltweit aussagekräftige epidemiologische Daten zur Entwicklung allergischer Erkrankungen vorliegen. Jetzt wurden die Daten zur Ekzementwicklung bei Kindern und Jugendlichen vorgestellt.

In der ISAAC-Studie (International Study of Asthma and Allergies in Childhood) wurden zur Analyse der Ekzementwicklung weltweit Daten aus 2 Untersuchungswellen im Abstand von 5 bis 10 Jahren ausgewertet. Beteiligt waren über 300.000 Kindern im Alter von 13 -14 Jahren in 55 Ländern und fast 190.000 Kindern im Alter von 6-7 Jahren in 35 Ländern. Die Rücklaufraten waren hoch und lagen im Median bei 85% für die 6- bis 7-Jährigen und 91% für die 13- bis 14-Jährigen.

Teilweise Plateau erreicht

Bei den älteren Kindern zeigten sich unterschiedliche Trends. In einigen Ländern, die in der ersten Studienphase eine hohe Ekzemprävalenz aufwiesen, scheint sich die Prävalenz vermindert zu haben, so in Großbritannien, Neuseeland und Deutschland. In Ländern mit vormals geringer Ekzemprävalenz, auch in vielen Entwicklungsländern, hat diese so stark zugenommen, dass die Autoren rein genetische Ursachen ausschließen und Umweltfaktoren mit verantwortlich machen.

Weltweit besorgniserregend bleibt die Situation bei den Erstklässlern. Hier nahmen die Ekzeme weiterhin in fast allen Ländern zu. Schwere Ekzeme zeigten in beiden Altersgruppen in etwa denselben Trend wie Ekzeme allgemein.
Über Ursachen der aufgezeigten Trends kann nur spekuliert werden. Sicher ist lediglich, dass nicht nur ein Risikofaktor oder ein Faktor der genetischen Disposition an dieser Entwicklung beteiligt ist. Die Autoren plädieren dafür, alle präventiven und therapeutischen Anstrengungen der öffentlichen Gesundheitsversorgung durch Studien zu begleiten, um effektive präventive Maßnahmen weiterzuentwickeln.

Entwicklungsländer ziehen nach

Ähnlich wie bei der Asthmaprävalenz scheint es eine Schwelle zu geben (in Industrienationen etwa 20%), bis zu der die Ekzemprävalenz ansteigt, aber nicht darüber hinaus. Mit der enormen Zunahme von Ekzemen in Entwicklungsländern rollt eine große Last auf die dortigen Gesundheitssysteme zu. Die Autoren der Studie befürchten, dass Allergien die Rolle von Infektionen als Hauptmorbiditätsrisiko dort verdrängen könnten. FK

Williams H et al. (2007) Is eczema really on the increase worldwide? J Allergy Clin Immunol. 2007 Dec 20; [Epub ahead of print] Quelle: Der Hautarzt, Springer Verlag