Mehr kardiale Notfälle während der WM 2006
29/März/2008/06:51 Abgelegt in:Herz
Bei der Fußball-Weltmeisterschaft vor eineinhalb Jahren sind überdurchschnittlich viele kardiale Notfälle aufgetreten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Universitätsklinik München. Sie hat auch herausgefunden, für wen und in welchen Situationen es besonders gefährlich wird.
Der emotionale Stress erhöht das Herzinfarktrisiko.
Herzinfarkte und Herzrhythmusstörungen traten an Tagen, an denen die deutsche Mannschaft spielte, 2,7-mal so häufig auf wie in einem vergleichbaren Zeitraum. Hochgerechnet waren das 8 000 - 11 000 zusätzliche kardiale Notfälle in Deutschland. Zum Vergleich: An einem normalen Tag ist ein kardiales Notfallereignis bei einem von 100 000 Menschen zu erwarten. Für koronarkranke Patienten, die alle sieben Spiele der deutschen Mannschaft gesehen haben, lag das absolute Risiko bei 0,15%. Das entspricht 150 Ereignissen pro 100000 Menschen. "Das Ausmaß der Risikoerhöhung hat uns überrascht", so Prof. Dr. Gerhard Steinbeck von der Universität München.
Der emotionale Stress erhöht das Herzinfarktrisiko.
Herzinfarkte und Herzrhythmusstörungen traten an Tagen, an denen die deutsche Mannschaft spielte, 2,7-mal so häufig auf wie in einem vergleichbaren Zeitraum. Hochgerechnet waren das 8 000 - 11 000 zusätzliche kardiale Notfälle in Deutschland. Zum Vergleich: An einem normalen Tag ist ein kardiales Notfallereignis bei einem von 100 000 Menschen zu erwarten. Für koronarkranke Patienten, die alle sieben Spiele der deutschen Mannschaft gesehen haben, lag das absolute Risiko bei 0,15%. Das entspricht 150 Ereignissen pro 100000 Menschen. "Das Ausmaß der Risikoerhöhung hat uns überrascht", so Prof. Dr. Gerhard Steinbeck von der Universität München.
Offensichtlich verursacht emotionaler Stress eine Zunahme von kardialen Ereignissen. "Die Anzahl der Notfälle war abhängig von der Bedeutung des Spiels", berichtete Steinbeck. Die meisten Notfälle ereigneten sich während des dramatischen Viertelfinales gegen Argentinien, das erst durch Elfmeterschießen entschieden wurde, und beim Halbfinale gegen ltalien.
"Ob die deutsche Mannschaft gewonnen oder verloren hatte, spielte keine Rolle. Es ist der extreme Stress während des Spiels, der das Risiko der Patienten erhöht", so Steinbeck.
Besonders gefährdet waren Männer und KHK-Patienten. Völlig entspannt können offenbar Frauen ohne kardiale Vorerkrankungen Fußball sehen: Sie haben kein erhöhtes Risiko. JN.
• Quellen: Pressekonferenz, Klinikum der Universität München, 31. Januar 2008; Wilbert-Lampen U et al.: N Engl J Med 2008;358:475-83
Quelle: MMW Nr.7/2008