Abnehmen durch Gedankenkraft?
22/September/2008/07:31 Abgelegt in:Ernaehrung
Wer sich ausführlich an das zurück· liegende Mittagessen erinnert, hält sich beim bevorstehenden Imbiss zurück, ergab eine Studie aus Großbritannien. In einem ersten Experiment wurde 14 männlichen Teilnehmern, 21 ± 0,7 Jahre alt, Popcorn angeboten.
Vor dem Genuss sollten sie Auskunft über ihre Essgewohnheiten geben - ob sie etwa zur übermäßigen Nahrungsaufnahme neigten. Ein Teil der Probanden sollte sich in Erinnerung rufen, was sie am Versuchstag zu Mittag gegessen hatten, der andere Teil sollte sich an das Mittagessen vom Vortag erinnern. Schließlich durften sie so viel Popcorn essen, wie sie wollten. Die Probanden, die sich an das Mittagessen desselben Tages erinnerten, konsumierten signifikant weniger Popcorn.
In einem zweiten Experiment wurden 47 jungen Frauen, 22 ± 0,4 Jahre alt, Kekse angeboten. 23 Frauen sollten schriftlich Auskunft über das zurückliegende Mittagessen geben, die anderen wurden gebeten, den Anfahrtsweg zum Versuchsort detailliert zu beschreiben. Die Frauen, die sich an das Mittagsessen erinnerten, konsumierten nur 15 g statt 20 g Kekse wie die Kontrollgruppe (p < 0,01).
KOMMENTAR: Der Appetit lässt sich anscheinend auch mit bloßer Gedankenkraft, bremsen. Bei Diäten ist es womöglich falsch, streng und zwangsweise nicht ans Essen zu denken. Diese Ergebnisse widersprechen anderen Untersuchungen, nach denen der Gedanke ans Essen das Hungergefühl steigert. Der Unterschied könnte in den Details liegen: Während der generelle Gedanke ans Essen den Appetit anregt, könnte die Erinnerung an eine bestimmte Mahlzeit den gegenteiligen Effekt hervorrufen. Erwähnt werden muss aber, dass es sich bei den Studienteilnehmern ausschließlich umjunge, normalgewichtige Personen handelte. Ob der Gedanke an die letzte Mahlzeit auch bei Menschen, die mit ihrem Gewicht kämpfen als Appetitbremse wirkt, müsste erst noch überprüft werden. K. MALBERG
• S. Higgs et al.
Recall of recent lunch and ist effect on subsequent snack intake. Physiol Behav 2008; Mar 4 (Epub ahead of print), D doi:10.1016/j.physbeh.2008.02.011 Quelle: MMW Nr.19/2008
In einem zweiten Experiment wurden 47 jungen Frauen, 22 ± 0,4 Jahre alt, Kekse angeboten. 23 Frauen sollten schriftlich Auskunft über das zurückliegende Mittagessen geben, die anderen wurden gebeten, den Anfahrtsweg zum Versuchsort detailliert zu beschreiben. Die Frauen, die sich an das Mittagsessen erinnerten, konsumierten nur 15 g statt 20 g Kekse wie die Kontrollgruppe (p < 0,01).
KOMMENTAR: Der Appetit lässt sich anscheinend auch mit bloßer Gedankenkraft, bremsen. Bei Diäten ist es womöglich falsch, streng und zwangsweise nicht ans Essen zu denken. Diese Ergebnisse widersprechen anderen Untersuchungen, nach denen der Gedanke ans Essen das Hungergefühl steigert. Der Unterschied könnte in den Details liegen: Während der generelle Gedanke ans Essen den Appetit anregt, könnte die Erinnerung an eine bestimmte Mahlzeit den gegenteiligen Effekt hervorrufen. Erwähnt werden muss aber, dass es sich bei den Studienteilnehmern ausschließlich umjunge, normalgewichtige Personen handelte. Ob der Gedanke an die letzte Mahlzeit auch bei Menschen, die mit ihrem Gewicht kämpfen als Appetitbremse wirkt, müsste erst noch überprüft werden. K. MALBERG
• S. Higgs et al.
Recall of recent lunch and ist effect on subsequent snack intake. Physiol Behav 2008; Mar 4 (Epub ahead of print), D doi:10.1016/j.physbeh.2008.02.011 Quelle: MMW Nr.19/2008