Öffentliches Rauchverbot herzwirksam

Bisher liegen nur wenige Studien zu den Effekten des Rauchverbots auf die Herzgesundheit vor. Jetzt wurde die Häufigkeit der akuten koronaren Ereignisse (AKE) in Rom (Italien) vor und nach Einführen des absoluten Rauchverbots in öffentlichen Gebäuden, Büros, Gaststätten und Restaurants am 1. Januar 2005 ermittelt.
Die AKE (wie Herzinfarkte und -Rhythmusstörungen) der Einwohner der Stadt Rom im Alter von 35 bis 84 Jahren zwischen 2000 und 2005 wurden analysiert. Die standardisierten Jahresraten wurden berechnet und die Ratenverhältnisse durch Vergleich der Prä- (2000-2004) und Postverbotwerte (2005) bestimmt. Mehrere Störvariablen, wie Luftverschmutzung, Temperatur, Grippeepidemien, Zeittrends und die gesamten Hospitalisierungsraten wurden berücksichtigt.

Die Abnahme der AKE nach dem Rauchverbot war bei den 35- bis 64Jährigen mit 11,2% (95% KI 6,9-15,3%) und den 65- bis 74-Jährigen mit 7,9% (95% KI 3,4-12,2%) statistisch signifikant. Ein Effekt bei den über 74-Jährigen war nicht mehr nachzuweisen, "weil sie mehr Zeit in ihren eigenen vier Wänden verbringen", so die Autoren. Die Abnahme schien bei den jüngeren Männern und den sozialökonomisch schwächeren Gruppen größer zu sein, weil sie vor dem Verbot mehr Qualm während der Arbeit und Freizeit ausgesetzt waren.

KOMMENTAR: Die Studie ist die zweite europäische, die positive Gesundheitswirkungen eines öffentlichen Rauchverbots beweist. Zusätzliche Störvariablen wurden erstmals beachtet. Die Gesundheitseffekte sind die Folge der gemessenen Reduktion der Luftverschmutzung in den Räumen der öffentlichen Einrichtungen. So sank in dem qualmfreien Jahr in 40 ausgemessenen öffentlichen Gebäuden die Feinstaubdichte um ca. zwei Drittel. Die Beziehungen zwischen Feinstaub und Herzinfarktrisiko sind bereits früher durch andere Studien belegt worden. Die Nichtraucher sind nun vor dem Passivrauch geschützt und den Rauchern fällt es leichter, das Rauchen aufzugeben oder zu reduzieren, so die Autoren. Die Langzeitwirkungen auf die COPD und das Lungenkarzinom wird die Zukunft zeigen. Diese Resultate bestätigen, dass kommunale und staatliche Interventionen, das Tabakrauchen zu verbieten, entgegen anderen Behauptungen enorme Auswirkungen auf die Gesundheit haben können.
K. MALBERG • Giulia Cesaroni et al. (Department of Epidemiology, Local Health Unit ASL RME, Rome, Italy; E-mail: forastiere@ asplazio.it) Effect of the italian smoking ban on population rates of acute coronary events. Published online February 11, 2008; Doi: 10.1161 /circulationaha.107.729889

Quelle: MMW Nr.9/2008