Hörsturz - Behandeln nicht besser als Placebo
05/Juli/2007/12:20 Abgelegt in:Medikamente
Ein Hörsturz ist ein durchaus häufiges Ereignis, pro Jahr sind 5 - 20 von 100 000 Personen betroffen. Trotzdem gibt es bisher keine evidenzbasierte Behandlung für den plötzlichen Gehörverlust. Es sind zwar positive Effekte für Steroide (Cortison), Virustatika (Antivirenmittel), Vitamine oder hyperbaren Sauerstoff berichtet worden - allerdings nur auf Grund von Studien mit mangelhafter Qualität, wie eine systematische Übersichtsarbeit und eine Metaanalyse zeigen. Im Placebovergleich erwiesen sich systemische (Tabletten oder Infusion für den "ganzen Körper") Steroide als nicht wirksam. Auch zusammen mit Virustatika waren Steroide nicht hilfreicher als alleine. Zwischen Steroiden und den anderen genannten Therapien waren ebenfalls keine Unterschiede feststellbar. Eine gute Nachricht gibt es trotzdem: Die Spontanheilungsraten beim Hörsturz liegen nach Literaturangaben zwischen 32 und 70%. Quelle: MMW 27-28, 28. Juni 2007
Unser Kommentar: Der Hörsturz ist ein gutes Beispiel für ein akut verrückt spielendes vegetatives ("autonomes") Nervensystem. Niemand weiss, was genau die Ursache der Symptome des Hörsturzes ist. Allgemein ist davon auszugehen, dass negativer emotioneller Stress das autonome Nervensystem in diesen Sympathikus-dominierten Zustand bringt, in dem man kämpfen, flüchten oder erstarren möchte. Um gezielt therapieren zu können, muss herausgefunden werden, welche Faktoren individuell diesen Überlebensmodus hervorrufen, welche Bedürfnisse über einen mehr oder weniger lange andauernden Zeitraum nicht erfüllt gewesen sind und sich dort ausdrücken, wie zum Beispiel Autonomie und emotionelle Sicherheit. Echte Prophylaxe setzt hier an. Nutzen Sie unser Angebot im Bereich Gesundheitscoaching und moderner medizinischer und psychotherapeutischer Hypnose, um wieder handlungsfähig zu werden!