Hungrig ins Bett - Jungbrunnen für den Körper

Abends fasten verlängert das Leben

FRANKFURT - Alt werden wollen alle, aber bloß nicht so aussehen. Kein Wunder, dass der Anti-Aging-Markt boomt. Doch was macht wirklich Sinn, um den Verfall aufzuhalten?
Für den Alterungsprozess sind verschiedene Mechanismen verantwortlich. Zum einen sind da die gefürchteten freien Radikale. Mit den Jahren - zusätzlich gefördert durch Rauchen, Stress oder Alkohol - nehmen sie überhand und töten Zellen. Bis zu einem gewissen Grad können sie durch Antioxidantien wie zum Beispiel die Vitamine A, C und E abgefangen werden. Das heißt aber nicht, dass entsprechende Präparate unbesorgt in hohen Dosen eingenommen werden können, warnte Dr. BERND KLEINE-GUNK, niedergelassener Gynäkologe in Fürth, auf dem Kongress Gynäkologie und Geburtshilfe 2008. Eine Supplementgabe richtet sich nach dem individuellen Bedarf, der durch Messen der oxidativen Belastung ermittelt werden kann.

Wachstumshormon hällt die Zellen jung

Große Bedeutung für Alterungsprozesse hat die Ernährung. Zucker "verklebt" Proteine, das daraus entstehende Advanced Glycation End Product (AGE) schädigt verschiedene Gewebe. Beispiel Diabetiker: Folgeerkrankungen wie Nephropathien oder Katarakte seien nichts anderes als vorzeitige Alterungsprozesse der Organe, erklärte der Gynäkologe. Doch übergewichtige Nichtdiabetiker können deshalb noch lange nicht aufatmen: Zu viel Bauchfett setzt proinflammatorische ("entzündungsfördernde") Hormone frei - ein weiterer Sargnagel. Hier können zwar Omega-3-Fettsäuren und auch Acetylsalicylsäure gegensteuern, doch letzlich gilt einzig die Kalorienbeschränkung als gesichertes Anti-Aging-Verfahren.

Eine Reduktion der Energiezufuhr um ein Drittel steigert die Lebenszeit um 50 %, so der Referent. Beste Methode sei das "Dinner-Cancelling": Der abendliche Verzicht auf Nahrung bewirkt eine nächtliche Hypoglykämie. Diese fördert die Produktion von Wachstumshormon - was die Zellen jung hält. Solche Strategie eignet sich aber nicht für jedermann. Einem Italiener etwa das Abendessen zu streichen gleicht das laut Dr. Kleine-Gunk einem Akt der Barbarei.

Nicht zuletzt spielen die Geschlechtshormone eine Rolle. Wenn sich Östrogen und Testosteron allmählich verabschieden, nehmen die Zipperlein zu. Eine Ersatztherapie kann bei einem echten Mangel sinnvoll sein. abr Quelle: Medical Tribune 11.04.2008

Kommentar: Weitaus radikaler ist Frau Dr. Galina Schatalowa in ihrem Buch "Wir fressen uns zu Tode". Ihre unpopuläre Ansicht, die auf langjährigen Forschungen an kranken Menschen beruht, lautet: Wir benötigen lediglich 250 bis 400 Kalorien täglich zur Erhaltung unseres Grundstoffwechsels. Alles, was wir zu viel essen, belastet den Körper, so dass der Mensch seine "normale Lebensdauer" von 150 Jahren nicht erreicht.
Schatalova erläutert die anatomischen und physiologischen Hintergründe ihres Konzepts und berichtet von ihrer spektakulären Erfahrung bei seiner praktischen Erprobung.