Entstehen Allergien im Kopf?
14/November/2007/08:47 Abgelegt in:Allergien
Das ZNS (zentrales Nervensystem = Gehirn und Rückenmark) spielt bei der Auslösung allergischer Symptome zumindest eine Nebenrolle, wie aktuelle Studien zeigen.
Psyche und Immunsystem sind eng miteinander verzahnt. So evident dieser Zusammenhang im klinischen Alltag ist, so schwierig gestaltet sich die wissenschaftliche und molekularbiologische Erfassung.
Auf die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts gehen erste Versuche mit Hypnose bei Allergiepatienten zurück, erinnerte sich Prof. Dr. John Bienenstock, Hamilton, Kanada. Bereits damals zeigte sich eine hohe Suggestibilität der allergischen Symptome. Asthmapatienten konnte in einer Experimentalsituation so glaubhaft versichert werden, dass sie einen Bronchokonstriktor (Wirkung: Bronchien verengend)oder einen Bronchodilatator (Wirkung: Bronchien erweiternd) erhielten, dass auch das tatsächlich inhalierte Placebo-Spray die erwartete Wirkung auslöste.
Psyche und Immunsystem sind eng miteinander verzahnt. So evident dieser Zusammenhang im klinischen Alltag ist, so schwierig gestaltet sich die wissenschaftliche und molekularbiologische Erfassung.
Auf die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts gehen erste Versuche mit Hypnose bei Allergiepatienten zurück, erinnerte sich Prof. Dr. John Bienenstock, Hamilton, Kanada. Bereits damals zeigte sich eine hohe Suggestibilität der allergischen Symptome. Asthmapatienten konnte in einer Experimentalsituation so glaubhaft versichert werden, dass sie einen Bronchokonstriktor (Wirkung: Bronchien verengend)oder einen Bronchodilatator (Wirkung: Bronchien erweiternd) erhielten, dass auch das tatsächlich inhalierte Placebo-Spray die erwartete Wirkung auslöste.
Gutgläubige Mäuse
Die psychologische Konditionierung auf Arzneimittelwirkungen und immunologisch ausgelöste Symptome ist nicht auf den Menschen beschränkt. Es gibt eine ganze Reihe von Versuchen mit allergisch sensibilisierten Mäusen, denen ein physikalischer Reiz zunächst zusammen mit dem Allergen präsentiert wurde. Nach einiger Zeit reagierten die Mäuse auch auf den physikalischen Reiz alleine mit einer Allergiesymptomatik. Sogar eine Immunsuppression ließ sich nach entsprechender Konditionierung mit Cyclophosphamid später allein durch Saccharingabe hervorrufen.
Aktuell werden tierexperimentelle Untersuchungen durchgeführt, die die Beeinflussung der Atopieneigung der Nachkommen durch mütterliches Verhalten erforschen. Es kristallisierte sich dabei bereits heraus, dass durch intensive Zuwendung - z. B. häufiges Belecken epigenetische Phänomene ausgelöst werden, die später atopie-präventiv wirken könnten. Beim Menschen gibt es Beobachtungen, dass chronischer perinataler (perinatal = zeitlich um die Geburt herum liegend) Stress der Mutter das Kind zur Atopie (Atopie = Komplex der "allergischen" Erkrankungen wie Heuschnupfen, Asthma bronchiale, Neurodermitis) prädisponieren kann. Vermutlich werden durch den Stress die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse des Kindes und damit seine Kortisolantwort auf Stress aller Art sowie auch diverse Antigene verändert. Vieles sei hier allerdings noch spekulativ, warnte Bienenstock.
Asthmaalarm im Gehirn
Über ZNS-Untersuchungen an Asthmatikern berichtete Prof. Dr. William Busse, Madison, USA. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie das Gehirn auf allergisch bedingte Veränderungen an den Atemwegen reagiert und diese vielleicht auch steuert. So konnte man bereits experimentell nachweisen, dass psychischer Stress - z. B. eine simulierte Prüfungssituation - bei Asthmatikern zu einem Anstieg der Sputum-Eosinophilie (Sputum = Speichel; Eosinophile = Untergruppe der weißen Blutkörperchen, deren Auftreten u.a. bei allergischen Erkrankungen gehäuft ist) führt.
Quelle: Allergo J 2005;14, Kopfsache Allergie (World Allergy Congress, München 2005)
Die psychologische Konditionierung auf Arzneimittelwirkungen und immunologisch ausgelöste Symptome ist nicht auf den Menschen beschränkt. Es gibt eine ganze Reihe von Versuchen mit allergisch sensibilisierten Mäusen, denen ein physikalischer Reiz zunächst zusammen mit dem Allergen präsentiert wurde. Nach einiger Zeit reagierten die Mäuse auch auf den physikalischen Reiz alleine mit einer Allergiesymptomatik. Sogar eine Immunsuppression ließ sich nach entsprechender Konditionierung mit Cyclophosphamid später allein durch Saccharingabe hervorrufen.
Aktuell werden tierexperimentelle Untersuchungen durchgeführt, die die Beeinflussung der Atopieneigung der Nachkommen durch mütterliches Verhalten erforschen. Es kristallisierte sich dabei bereits heraus, dass durch intensive Zuwendung - z. B. häufiges Belecken epigenetische Phänomene ausgelöst werden, die später atopie-präventiv wirken könnten. Beim Menschen gibt es Beobachtungen, dass chronischer perinataler (perinatal = zeitlich um die Geburt herum liegend) Stress der Mutter das Kind zur Atopie (Atopie = Komplex der "allergischen" Erkrankungen wie Heuschnupfen, Asthma bronchiale, Neurodermitis) prädisponieren kann. Vermutlich werden durch den Stress die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse des Kindes und damit seine Kortisolantwort auf Stress aller Art sowie auch diverse Antigene verändert. Vieles sei hier allerdings noch spekulativ, warnte Bienenstock.
Asthmaalarm im Gehirn
Über ZNS-Untersuchungen an Asthmatikern berichtete Prof. Dr. William Busse, Madison, USA. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie das Gehirn auf allergisch bedingte Veränderungen an den Atemwegen reagiert und diese vielleicht auch steuert. So konnte man bereits experimentell nachweisen, dass psychischer Stress - z. B. eine simulierte Prüfungssituation - bei Asthmatikern zu einem Anstieg der Sputum-Eosinophilie (Sputum = Speichel; Eosinophile = Untergruppe der weißen Blutkörperchen, deren Auftreten u.a. bei allergischen Erkrankungen gehäuft ist) führt.
Quelle: Allergo J 2005;14, Kopfsache Allergie (World Allergy Congress, München 2005)