Kopfschmerzen: Mangelnde Aufklärung bei Patienten und bei Ärzten

Zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen gehören in Deutschland Kopfschmerzerkrankungen. Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer hatten im letzten halben Jahr mit Kopfschmerzen zu kämpfen, unter Migräne leiden laut DAK-Gesundheitsreport 17 Prozent der Versicherten.
Gemeinsam mit dem Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) untersuchte die Krankenkasse die Krankschreibungen von 2,6 Millionen erwerbstätigen Mitgliedern. Dabei zeigte sich, dass Kopfschmerzerkrankungen nur zu kurzen Fehlzeiten am Arbeitplatz führen: Fast 70 Prozent der Fälle dauern maximal drei Tage. Besonders
hoch ist der Krankenstand wegen Kopfschmerzen bei den 15- bis 24-Jährigen.
Eine ergänzende Umfrage verdeutlicht, dass viele Betroffene dem Schmerz ohne ärztlichen Rat zu Leibe rücken. Rund 62 Prozent der Befragten mit Kopfschmerzen und gut die Hälfte der Migräne-Patienten nehmen rezeptfreie Schmerzmittel. Die Selbstmedikation ist nicht ungefährlich: Eine häufige Einnahme der Medikamente kann selber Kopfschmerzen auslösen und auf Dauer zu Organschäden führen.
Zudem ist die Aufklärung zum Thema gering. 40 Prozent der Kopfschmerz-Patienten und fast ein Viertel der Migräne-Kranken, die ärztliche verordnete Schmerzmittel einnehmen, erhielten keine Informationen zu den Risiken durch die Mediziner. Jeder fünfte Betroffene mit Kopfschmerzen und zwölf Prozent der Migräne-Patienten gaben an, vor Behandlungsbeginn mit dem Arzt überhaupt kein ausführliches Gespräch über die Schmerzen geführt zu haben.
Eine Befragung von Experten aus Forschungseinrichtungen, Universitätskliniken und der ambulanten Versorgung hat ergeben, dass nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch bei den Ärzten Informationsmängel bestehen. Der Kenntnisstand der Mediziner zu Diagnostik und Therapie der Erkrankungen müsse verbessert werden, heißt es im Report.
Quelle: Yahoo News 14.01.2007