Traumata lange nach Kriegsende

LEIPZIG (dpa). Viele Deutsche haben auch nach 60 Jahren ihre Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg nicht verarbeitet. Das fanden Psychologen der Unis Leipzig und Zürich heraus. Demnach leiden etwa 3,4 Prozent der 60- bis 93-Jährigen am Posttraumatischen Belastungssyndrom (PTBS) in Form von Schlaf- und Erinnerungsstörungen, Albträumen und Depressionen - zweieinhalb mal so viele wie Jüngere. (...)
"Diese Zahlen sind international eine Novität", sagt Professor Andreas Maercker von der Universität Zürich. Laut Untersuchungen in anderen Ländern hätten Ältere jeweils die niedrigste PTBS-Häufigkeit gezeigt.
Die Studie habe für die medizinische und psychotherapeutische Versorgung Älterer eine große Bedeutung, betont Maercker. "Bisher wird oft fehldiagnostiziert." Mit der Studie wollen die Wissenschaftler Ärzte und Pflegekräfte dafür sensibilisieren, dass Krankheiten mit Kriegserlebnissen zusammenhängen können. Quelle: Ärzte Zeitung, 21.05.2008