Halbieren Sie die Tumorsterblichkeit! Krebskranke zum Sport, das schenkt Lebensjahre

WIESBADEN - Raten Sie Ihren Krebspatienten nach abgeschlossener Behandlung dazu, körperlich aktiv zu sein. Drei Studien deuten darauf hin, dass dies die tumorspezifische Sterblichkeit um ca. 50 % senken kann.
In einer Untersuchung an Mammakarzinompatientinnen in den Stadien I bis III ging die Letalität um 50 % zurück, wenn die Frauen mindestens drei Stunden pro Woche gewalkt oder in ähnlichem Umfang körperlich aktiv gewesen waren, d.h. 9 MET-Stunden (s. Kasten) pro Woche geleistet hatten. Dies entspricht einer absoluten Reduktion von 6 % nach zehn Jahren, erklärte Professor Dr. LOTHAR KANZ von der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen beim Praxis Update.
Eine Studie mit Kolonkarzinompatienten (Stadien I bis III) errechnete einen Mindestaufwand von 18 MET-Stunden pro Woche, um die Letalität um 61 % zu senken, entsprechend 7,9 % nach fünf Jahren. In einer anderen Studie mit Darmkrebspatienten im Stadium III führt gleich hohe Aktivität zu einer um 49 % reduzierten Rückfallquote.
Dies stellt die Effekte adjuvanter Therapie in den Schatten und kostet zudem nichts, kommentierte Prof. Kanz. Er gab allerdings zu bedenken, dass Observationsstudien Hinweise, aber nie Beweise liefern können. Zudem dürfe man keine generelle Sportempfehlung aussprechen. Bei Patienten mit Herzschädigung z.B. durch kardiotoxische Chemotherapie sei größte Vorsicht geboten. Md

Quelle: MT 22.Juni 2007

MET-Stunden (metabolie equivalent task)

1 Std. Walking = 3 MET-Std.
1 Std. Jogging = 7 MET-Std.
1 Std. Radfahren = 7 MET-Std.
1 Std. Tennis = 7 MET-Std.
1 Std. Schwimmen = 7 MET-Std.
1 Std. Rasenmähen = 6 MET-Std