Lebensretter implantiert? Ärgern verboten!

Wutanfall bringt automatischen Defibrillator zum Schocken.

Für schwache Herzen sind die implantierten automatischen Geräte, die am Herzen von Menschen mit bestimmten Formen von Herzrhythmusstörungen implantiert werden, besonders gefährlich.


Defibrillatoren sind Geräte, die bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung von außen auf die Brust aufgesetzt werden (Elektroschock), um Herzrhythmusstörungen zu durchbrechen oder den Herzschlag wieder anzutreiben. Bei bestimmten immer wieder auftretenden Herzrhythmusstörungen, werden Miniaturgeräte mit einer Auslöseautomatik operativ auch eingepflanzt. Träger von solchen implantierten Defibrillatoren (ICD) sollten sich nicht so viel ärgern und erst recht nicht richtig wütend werden. Diese intensiven Gefühlsregungen begünstigen nämlich Herzrhythmusstörungen und damit die Aktivierung der Defis, was zwar für die Betroffenen häufig lebensrettend ist, jedoch mit Todesangst oder zumindest sehr unangenehmen Sensationen einhergeht. Die Häufigkeit solcher Schocks sollte man daher so niedrig wie möglich halten.
Für schwache Herzen besonders gefährlich. Bei 1188 Herzkranken mit ICD, die zwei Jahre lang beobachtet wurden, stellte man einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Wut, Ärger und defibrillationsbedürftigen Herzrhythmusstörungen fest. Moderates Ärgern: 3,2-fach, Offene Wut und Ärger: 16,7-fach erhöhte Schockwahrscheinlichkeit während der nächsten Stunde.
Quelle: Medical Tribune, 41. Jahrgang/ Nr. 47 · 24.11.06