Lokale Allergie in der Nase

Viele Patienten leiden an den klassischen Symptomen einer allergischen Rhinitis, sind aber im Pricktest unauffällig und weisen auch kein spezifisches IgE im Serum auf. Möglicherweise spielen hier lokale allergologische Pathomechanismen eine Rolle.

In einer spanischen Studie wurden drei Gruppen untersucht: 50 Patienten mit nicht allergischer Rhinitis, 30 Patienten mit allergischer Rhinitis aufgrund einer Sensibilisierung gegen Dermatophagoides pteronyssinus sowie 30 gesunde Kontrollprobanden. Beide Patientengruppen litten seit mindestens zwei Jahren an persistierender Rhinitis. Studienteilnehmer mit Verdacht auf andere immunologische Erkrankungen waren ausgeschlossen. Bei nicht allergischer Rhinitis durfte kein Hinweis auf eine allergische Genese vorliegen.
Bei allen Studienteilnehmern wurden aus der Nasallavage die Konzentrationen von ECP ("eosinophil cationic protein"), Gesamt-IgE und spezifischem IgE gegen D. pteronyssinus bestimmt. Patienten und Kontrollprobanden unterzogen sich außerdem einem nasalen Provokationstest mit D. pteronyssinus. Schließlich wurden noch die Leukozyten aus dem Nasensekret analysiert.

In der Nasallavage wiesen sowohl Patienten mit allergischer als auch mit nicht allergischer Rhinitis erhöhte ECP-Werte auf im Vergleich zu den Kontrollprobanden. Die Werte der beiden Rhinitis-Gruppen unterschieden sich dabei nicht signifikant voneinander. Gesamt-IgE und spezifisches IgE waren allerdings bei den Allergiekranken höher.

Im nasalen Provokationstest reagierten alle Patienten mit allergischer Rhinitis positiv. In der Gruppe der nicht allergischen Rhinitispatienten zeigten immerhin 54% eine positive Reaktion. Eine positive Reaktion beim Provokationstest korrelierte dabei mit der Konzentration des spezifischen IgE und der Eosinophilenzahl im Nasensekret. Patienten mit allergischer Rhinitis und mit nicht allergischer Rhinitis wiesen in der Nasallavage vergleichbare Dichten von CD45+-Zellen, Neutrophilen, Eosinophilen, Basophilen und CD3+-ICD8+-T-Zellen auf.

Fazit: Auch wenn bei einer persistierenden Rhinitis systemische Zeichen einer Allergie fehlen, können bei einem Teil der Patienten lokal in der Nase allergisch ausgelöste entzündliche Reaktionen beobachtet werden. (af)

Rondon C et al. Local-IgE production and positive nasal provocation test in patients with persistent nonallergic rhinitis. J AIIergy Clin Immunol 2007; 119: 899-905 Quelle: Allergo J 2007;16


Kommentar: Auch wenn die "schulmedizinischen" Kollegen sich immer mehr befleissigen, komplementärmedizinische Diagnostik als "gefährlich und irreführend" zu bezeichnen, zeigt dieser Fachartikel doch, auf welch dünnem Eis die sog. Schulmedizin sich immer noch bewegt, wenn es darum geht, Sicherheit in die Allergie-Diagnostik zu bringen.
Wir diagnostizieren Menschen als dynamische, sich verändernde Systeme. Allergien sind nicht mehr als Symptome, sie sind die "Begleitmusik" und gleichzeitig die "Neuinszenierung" von Krankheitssymptomen, die eintritt, wenn das Gehirn sich wieder an ein bestimmtes Ereignis erinnert - völlig unbewusst.
Je mehr Konfliktmasse dabei aufgebaut wird, desto größer der Druck im vegetativen Nervensystem, desto schwieriger ist die symptomatische Behandlung.