Frust, Stress, Angst - Ärzte werden mürbe

Burnout und Angst vor Kunstfehlern bei Niedergelassenen, Fluchtgedanken bei den Klinikärzten

BERLIN. Ärzte in Klinik und Praxis klagen über ihre schlechten Arbeitsbedingungen. Mehr als 60 Prozent der niedergelassenen Ärzte fürchten sich, auch als Folge von Stress Kunstfehler zu machen, jeder zweite Klinikarzt erwägt, seine Tätigkeit wegen Überlastung aufzugeben.

Das sind Ergebnisse von Befragungen, die der NAV-Virchowbund und der Marburger Bund jetzt veröffentlicht haben.

Die niedergelassenen Ärzte arbeiten im Schnitt täglich fast elf Stunden am Tag; sie leiden darunter, dass sie weniger als zwölf Minuten Zeit für ihre Patienten haben. 60 Prozent der Ärzte fühlen sich am Ende eines ,Arbeitstages "völlig erledigt" .
Auf den Arbeitsdruck hat mehr als ein Drittel· der Ärzte mit einer deutlichen Verringerung der Sprechzeiten reagiert - aber das war offenbar kontraproduktiv:
Diese Ärzte klagen zu 70 Prozent überdurchschnittlich stark - über Burnout-Symptome. Eine Folge dieser Überlastung ist auch, dass inzwischen 62 Prozent der Ärzte fürchten, einen Kunstfehler zu machen, in den neuen Bundesländern sind dies sogar 66 Prozent.

Weniger als zwölf Minuten Zeit hat ein Vertragsarzt im Schnitt für seine Patienten. Fast 70 Prozent der Ärzte leiden darunter, dass sie ihren Patienten nicht mehr Zuwendung entgegenbringen können.
Nicht besser sehen Klinikärzte ihre Arbeitsbedingungen, obwohl sie sich im vergangenen Jahr einen eigenen Gehaltstarif erkämpft haben. Fast 80 Prozent arbeiten länger als 50 Stunden in der Woche, 40 Prozent zwischen 60 und 79 Stunden. Jeder zweite Arzt macht mehr als fünf Bereitschaftsdienste im Monat. 61 Prozent klagen darüber, dass Überstunden überhaupt nicht bezahlt werden, bei lediglich 30 Prozent wird ein Überstundenausgleich gewährt.

Geklagt wird über das hohe Ausmaß an Bürokratie - zwei bis vier Stunden bei jedem zweiten Arzt und Familienunfreundlichkeit der Arbeitgeber. Die müssen sich auf einen Exodus einstellen: Jeder zweite Arzt will aus der Klinik raus. Quelle: Ärzte Zeitung 19.09.2007


Kommentar: Wir gestalten uns unsere Arbeitsbedingungen so, dass wir mehr Zeit für uns und für Sie Zeit haben. Wir sind auf 30 Minuten bis 60 Minuten getaktet. Wartezeiten dauern nicht länger als 15-20 Minuten. Die Atmosphäre in unserer Praxis wird meist als angenehm und entspannend bezeichnet.
Diese Athmosphäre kommt wiederum auch uns zu Gute.
Bürokratie ist durch den Ausstieg aus der sog. Kassenmedizin erheblich minimiert. Weniger ist mehr. Probieren Sie es aus!