Elektronisches Sicherheitssystem fragen! Zu viel Off-Label-Use bei Kids

BONN - Niedergelassene Ärzte stellen derzeit fast jede fünfte Verordnung (17,26 %) für Kinder und Jugendliche off-label aus, das heißt, sie verschreiben zum Beispiel ein Medikament, das für diese Altersstufe eigentlich nicht zugelassen ist. Bei Säuglingen werden sogar drei Viertel der Rezepte off-label ausgestellt.
Dabei wäre über die Hälfte der nicht bestimmungsgemäßen Medikationen im Kindesalter vermeidbar. Das jedenfalls meinen Experten des Service- Institutes Ifap und der Berliner Charite. Sie analysierten über 760 000 Rezepte von 928 Kollegen. Das Resultat wurde präsentiert beim 2. Deutschen Kongress für Patientensicherheit bei medikamentöser Therapie.
Danach war jedes zweite Rezept für Arzneimittel gegen kardiovaskuläre Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen off-label ausgestellt worden, bei Medikamenten gegen Neoplasien und bei immunmodulierenden Arzneimitteln waren es 36 %.
Die Autoren schätzen, dass 54 % solcher Verordnungen zu vermeiden wären. Als Hilfe dazu empfehlen sie den Einsatz elektronischer Sicherheitssysteme wie ZAK® (Zugelassene Arzneimittel für Kinder) und i:fox®.
Quelle: Medical Tribune, 01.02.2008