Onkologen gehen nur selten auf die Gefühle ihrer Patienten ein

Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung offenbaren ihre emotionale Belastung gegenüber ihren Onkologen nur teilweise und häufig nur indirekt ("empathische Gelegenheit" in einem Gespräch), obwohl eine offene Kommunikation ihrer Ängste und Nöte die Bewältigung verbessert. Wissenschaftler des Duke Comprehensive Cancer Center in Durham, North Carolina, haben untersucht, wie Ärzte mit den empathischen Gelegenheiten umgehen.
Dafür haben sie 398 Gespräche von 51 Onkologen und 270 Patienten gefilmt und ausgewertet. Sie fanden heraus, dass die Zahl der empathischen Gelegenheiten zwischen 0 und 10 lag, in 37% der Gespräche fand sich mindestens eine Gelegenheit. 2/3 der Äußerungen wurden als direkt und 1/3 als indirekt klassifiziert. In 22% gingen die Onkologen darauf ein und ermunterten die Patienten zu weiterer Kommunikation. Ärztinnen gingen häufiger als Ärzte auf die Emotionen ein, insbesondere bei Patientinnen.
Die ärztlichen Äußerungen zur Unterstützung der Gefühlsäußerungen wurde nach dem NURSE-Schema klassifiziert:
Das Gefühl des Patienten benennen (Name)
Empathie und Verständnis für die Gefühle des Patienten äußern (Understand)
Den Patienten loben (Respect)
Unterstützung zeigen (Support)
Den Patienten ermuntern, mehr über seine Gefühle zu sprechen (Explore)
Die Autoren empfehlen, die Ärzte besser darin auszubilden, mit den negativen Gefühlen ihrer onkologischen Patienten umzugehen. Auch die Patienten sollten ermuntert werden, ihre Gefühle direkt zu äußern.

Quelle: www.forum-gesundheitspolitik.de 02.02.08