Wie verwenden Patienten pflanzliche Arzneimittel?
19/Juli/2007/08:56 Abgelegt in:Medikamente
Es ist nicht unbedingt harmlos, wenn Phytopharmaka falsch eingesetzt werden. Patienten benutzen diese Mittel oft, ohne ihren Arzt zu informieren und zu konsultieren. Pflanzliche Heilmittel können dann sehr wohl negativ mit der ärztlich verordneten Medikation interagieren. Und es ist sicherlich auch nicht gesundheitsförderlich, wenn die pflanzlichen Mittel für die falsche Indikation eingesetzt werden.
Im Rahmen des Amerikanischen 'National Health Interview Survey', einer jährlichen Umfrage einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe, wurden im Jahr 2002 Daten zur Pflanzenheilkunde an 30 167 Personen erhoben. Insgesamt setzten 19% pflanzliche Mittel ein, 57% davon für spezifische Gesundheitsprobleme.
Wenn nun dieser Einsatz mit der Datenlage zu den einzelnen Mitteln verglichen wurde - hierzu wurde das Nachschlagewerk "Natural Standard" zugrunde gelegt -, so zeigte sich Erstaunliches: Nur ein Drittel aller Personen setzten pflanzliche Arzneimittel für eine evidenzbasierte Indikation ein. Die Autoren meinen, dass Ärzte eine wichtige Aufgabe hätten, ihren Patienten über die Datenlage zur Phytotherapie aufzuklären.
Im Rahmen des Amerikanischen 'National Health Interview Survey', einer jährlichen Umfrage einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe, wurden im Jahr 2002 Daten zur Pflanzenheilkunde an 30 167 Personen erhoben. Insgesamt setzten 19% pflanzliche Mittel ein, 57% davon für spezifische Gesundheitsprobleme.
Wenn nun dieser Einsatz mit der Datenlage zu den einzelnen Mitteln verglichen wurde - hierzu wurde das Nachschlagewerk "Natural Standard" zugrunde gelegt -, so zeigte sich Erstaunliches: Nur ein Drittel aller Personen setzten pflanzliche Arzneimittel für eine evidenzbasierte Indikation ein. Die Autoren meinen, dass Ärzte eine wichtige Aufgabe hätten, ihren Patienten über die Datenlage zur Phytotherapie aufzuklären.
KOMMENTAR: Natürlich sind diese Daten aus den USA, die auf unsere Situation nicht ohne Weiteres übertragbar sind. Aber die Frage, ob bei uns die Lage entscheidend besser ist, muss erlaubt sein. Pflanzliche Mittel sind Pharmaka mit Nutzen und Risiken. Man kann sie nicht einfach beliebig einsetzen, ohne Gefahr zu laufen, erheblichen Schaden anzurichten. Phytos werden in den USA von Patienten gekauft, meist ohne dass ein Arzt konsultiert wird. In Deutschland entwickelt sich die Situation auch mehr und mehr in diese Richtung. Es erscheint offensichtlich, dass dieses System ohne gründliche Aufklärung des Konsumenten nicht funktionieren kann, und eine wirklich gute Aufklärung wäre extrem teuer - vielleicht sogar teurer, als diesen Bereich erstattungsfähig zu machen und somit wieder in die ärztliche Hand zu geben. E. ERNST. Quelle: MMW, Nr. 27-28/2007 (149. Jg.)