Der Preis für die Chemotherapie von krebskranken Kindern?
19/Dezember/2006/08:22 Abgelegt in:"Krebs"
"In einer großen retrospektiven Kohortenstudie untersuchten Wissenschaftler 10 397 Überlebende, bei denen zwischen 1970 und 1986 als Kind Krebs festgestellt wurde und verglich ihren Gesundheitszustand mit 3034 Verwandten ohen Krebs. Von den überlebenden Krebspatienten hatten zum Zeitpunkt der Untersuchung 62% wenigstens eine chronische Erkrankung, bei 27,5% war sie schwer oder lebensbedrohlich. Im Vergleich zur Kontrollgruppe ergab sich eine dreifache Risikoerhöhung für eine chronische Krankheit und eine achtfache für eine lebensbedrohliche Krankheit..
Die Forscher berechneten auch das Risiko für den Zeitraum 30 Jahre nach Therapieende: die kumulative Inzidenz für chronische Krankheit betrug 73,4% während insgesamt 42,4% lebensbedrohlich krank oder behindert waren. Damit muss fast jeder Zweite mit gravierenden Folgeschäden innerhalb von 30 Jahren rechnen.
Natürlich muss man die Gesundheitsstörungen vor dem Hintergrund der Tatsache sehen, dass ohne Therapie wahrscheinlich alle Patienten nie das Erwachsenenalter erreicht hätten. Der Wert der Studie liegt möglicherweise auch darin, dass weitere Forschungen zur Prävention von Folgeerkrankungen unternommen werden müssen und Ärzte ihre Patienten besser darüber unterrichten sollten, wie chronische Krankheiten vermieden werden können. (...) Nach Meinung der Autoren und des Editorials ist es extrem wichtig, dass eine gesunde Lebensweise gepflegt wird." Quelle: Notfall- & Hausarztmedizin 2006; 32 (11), Prof. Hagen Sandholzer, Leipzig
Kommentar: Die Chemotherapie von kindlichen Leukämien war bislang das Vorzeigeobjekt der Onkologie. Wenn man diesen Artkel liest, handelt es sich somit bei den Erfolgen der Kinderonkologie um kurzfristige, wobei nicht außer Acht gelassen werden darf, dass der Wert der möglichen Lebensverlängerung, die durch Chemotherapie kindlicher Leukämien erzielt wird, unschätzbar und nicht bemessen werden kann. Wünschenswert aus unserer Sicht wäre, wenn wenigstens parallel zur onkologischen Therapie und erst recht danach bereits alternative Heilverfahren und Diagnostik eingesetzt werden könnten im Sinne einer komplementären Krebstherapie.
Natürlich muss man die Gesundheitsstörungen vor dem Hintergrund der Tatsache sehen, dass ohne Therapie wahrscheinlich alle Patienten nie das Erwachsenenalter erreicht hätten. Der Wert der Studie liegt möglicherweise auch darin, dass weitere Forschungen zur Prävention von Folgeerkrankungen unternommen werden müssen und Ärzte ihre Patienten besser darüber unterrichten sollten, wie chronische Krankheiten vermieden werden können. (...) Nach Meinung der Autoren und des Editorials ist es extrem wichtig, dass eine gesunde Lebensweise gepflegt wird." Quelle: Notfall- & Hausarztmedizin 2006; 32 (11), Prof. Hagen Sandholzer, Leipzig
Kommentar: Die Chemotherapie von kindlichen Leukämien war bislang das Vorzeigeobjekt der Onkologie. Wenn man diesen Artkel liest, handelt es sich somit bei den Erfolgen der Kinderonkologie um kurzfristige, wobei nicht außer Acht gelassen werden darf, dass der Wert der möglichen Lebensverlängerung, die durch Chemotherapie kindlicher Leukämien erzielt wird, unschätzbar und nicht bemessen werden kann. Wünschenswert aus unserer Sicht wäre, wenn wenigstens parallel zur onkologischen Therapie und erst recht danach bereits alternative Heilverfahren und Diagnostik eingesetzt werden könnten im Sinne einer komplementären Krebstherapie.