Darm-Trunke zeigen doch eine Wirkung - Probiotika bringen Fresszellen auf Trab!

Lactobazillus, Bifidobacterium und wie sie alle heißen - immer mehr Mikroorganismen tummeln sich in Joghurt oder Milchgetränken und sollen Allergikern Gutes tun. Tun sie das wirklich? Jenaer Kollegen haben's untersucht.
In einer doppelblinden Cross-over-Studie tranken Gesunde und Patienten mit atopischer Dermatitis ("Neurodermitis") über je acht Wochen Getränke mit Placebo, mit Lactobacillus paracasei Lpc-37, mit Lactobacillus acidophilus 74-2 und mit Bifidobacterium animalis susp. lactis DGCC 420. Bei beiden Gruppen konnten L. paracasei und B.lactis im Stuhl nachgewiesen werden, L. acidophilus nahm dagegen kaum zu. Trotz offenbarer Besiedlung des Darms mit den Mikroorganismen besserten sich die Atopie-Symptome der Kranken laut SCORAD nicht. Effekte ließen sich jedoch bei den Lymphozyten nachweisen: So nahmen die CD57+-Zellen bei den Gesunden zu, nicht aber bei den Atopiekranken. Dagegen sanken regulatorische T-Zellen bei den Atopikern ab, während sie bei den Gesunden gleich blieben. Die Phagozytoseaktivität der Monozyten und Granulozyten wiederum war über die acht Wochen Therapie nur bei den Gesunden erhöht.

Von den getesteten Probiotika profitieren Atopiker offenbar nicht. Bei Gesunden scheinen dagegen L. paracasei und B. lactis 420 das Immunsystem zu stärken, folgern die Autoren. (ske) cIin Exp Allergy, 2008, 38: 93, Quelle: CME 3.2008