Psychotherapie gegen chronische Schmerzen der Wirbelsäule? Rückenpatienten oft depressiv

DRESDEN - Bei Patienten, die sich ewig mit Rückenproblemen herumquälen, ist mitunter "sprechende Medizin" gefragt. Nicht selten besteht eine relevante psychische Komponente.

Hinter chronischen Rückenschmerzen verbirgt sich oft ein komplexes Krankheitsgeschehen, betonte Dr. ANNETTE LEITNER vom Forschungsinstitut für Rehabilitationsmedizin der Universität Ulm auf dem 113. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation. Bei der Auswertung von fast 16 000 Akten von Patienten mit chronischem Rückenschmerz stießen sie und ihre Kollegen in knapp 2800 Fällen (17,5 %) auf Begleiterkrankungen aus dem Kapitel "Psychische und Verhaltensstörungen" nach ICD-10.
Insgesamt waren mehr Frauen als Männer (9,1 % vs. 3,4 %) von der depressiven Symptomatik betroffen. Unter Antidepressiva-Medikation standen 5 % der Rehabilitanden. Am häufigsten schluckten die Patienten trizyklische Antidepressiva (45,5 %), etwa jeder zehnte nahm Johanniskraut ein.
Diese Daten zeigen, dass psychische Komponenten bei Rückenschmerzen eine z.T. erhebliche Rolle spielen. Dem sollten nach Ansicht der Referentin gezielte Behandlungskonzepte Rechnung tragen. CG Quelle: Medical Tribune 21.11.2008