Seelische Gesundheit auf dem Stundenplan
07/Februar/2007/08:08 Abgelegt in:Psyche
KASSEL. Seelische Erkrankungen bei Schülern werden oft zu selten oder zu spät erkannt Darauf haben Experten in Kassel auf einer Fachtagung zum Thema "Schule und seelische Gesundheit" hingewiesen. Mit einem neuen Projekt soll daher noch in diesem Jahr an Schulen im Raum Kassel ein Hilfe-Netz aufgebaut werden.
Kinder und Jugendliche leiden inzwischen häufiger an seelischen Störungen als an Infektionskrankheiten – sagen Psychiater. In den letzten zehn Jahren sei die Zahl der psychisch kranken Schüler um 20 Prozent gestiegen, erklärt der ärztliche Direktor der Kasseler Klinik für Kinderpsychiatrie und -psychotherapie, Günter Paul. Das hätten Untersuchungen seiner Klinik und des international arbeitenden Verbandes „Irrsinnig menschlich“ ergeben.
Die Zahl der Klassen wachse, in denen jedes zehnte Kind erheblich auffällig sei. „Fälle von Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität, Depressionen und psychosomatischen Problemen wie Essstörungen sind eindeutig mehr geworden“, sagte Paul. Dabei seien derartige Störungen der typische Einstieg in Suchterkrankungen. Neben Alkohol und Rauschgift spiele vor allem Tabak eine Rolle. „Wir beobachten mit Sorge, dass das in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Und die, die mit acht, neun Jahren schon Raucher sind, konsumieren mit 13 oder 14 dann oft Cannabis oder gar Heroin.“
„Das Thema Psychiatrie wird noch immer tabuisiert. Die größten Hürden sind dabei die Lehrer“, sagte Manuela Richter-Werling von „Irrsinnig menschlich“. In einer Umfrage des Vereins hätten Lehrer gesagt, für sie sei Leukämie ein geringeres Übel als eine Depression. „Die Auffassung ist: Bei Leukämie kommen mich wenigstens alle besuchen, bei etwas Seelischem bin ich gleich stigmatisiert.“ Gerade die Lehrer müssten aber auch bei den Schülern Auffälligkeiten erkennen und damit umgehen können. Nötig sei eine Atmosphäre, in der man über Belastungen spreche, bevor sie krankhafte Folgen hätten. Quelle. Die Welt
Die Zahl der Klassen wachse, in denen jedes zehnte Kind erheblich auffällig sei. „Fälle von Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität, Depressionen und psychosomatischen Problemen wie Essstörungen sind eindeutig mehr geworden“, sagte Paul. Dabei seien derartige Störungen der typische Einstieg in Suchterkrankungen. Neben Alkohol und Rauschgift spiele vor allem Tabak eine Rolle. „Wir beobachten mit Sorge, dass das in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Und die, die mit acht, neun Jahren schon Raucher sind, konsumieren mit 13 oder 14 dann oft Cannabis oder gar Heroin.“
„Das Thema Psychiatrie wird noch immer tabuisiert. Die größten Hürden sind dabei die Lehrer“, sagte Manuela Richter-Werling von „Irrsinnig menschlich“. In einer Umfrage des Vereins hätten Lehrer gesagt, für sie sei Leukämie ein geringeres Übel als eine Depression. „Die Auffassung ist: Bei Leukämie kommen mich wenigstens alle besuchen, bei etwas Seelischem bin ich gleich stigmatisiert.“ Gerade die Lehrer müssten aber auch bei den Schülern Auffälligkeiten erkennen und damit umgehen können. Nötig sei eine Atmosphäre, in der man über Belastungen spreche, bevor sie krankhafte Folgen hätten. Quelle. Die Welt