Spirituelles Wohlbefinden bewahrt herzinsuffiziente Patienten vor Depression

Herzinsuffiziente leiden häufig an Depression, wodurch ihre Lebensqualität weiter reduziert und ihre Sterberate erhöht wird. Spiritualität ist eine gute Bewältigungsstrategie für Krebspatienten und verringert deren Depressionen. Ob das auch für Kranke mit kardialer Insuffizienz zutrifft, wurde jetzt in den USA untersucht.
In einer Querschnittstudie wurde bei 60 Patienten im Alter von 60 Jahren und mehr, die an einer Herzschwäche der NYHA-Klasse II bis IV litten, das spirituelle Wohlbefinden mithilfe der Functional Assessment of Chronic Illness Therapy - Spiritual Wellbeing Scale (Gesamtskala und zwei Subskalen für Sinn und Frieden) bewertet; Depressionen ermittelte man anhand der Geriatric Depression Scale Short Form (GDS-SF).

Eine klinisch signifikante Depression (GDS-SF über 4) wurde bei 19 Teilnehmern (32%) festgestellt. Ein höheres spirituelles Wohlbefinden war invers mit Depression korreliert. Insbesondere höhere Werte für Sinn und Frieden waren eng mit geringer Depressivität gekoppelt, während für den Glauben nur eine mäßige Beziehung beobachtet wurde. Diese Assoziationen blieben auch dann bestehen, wenn man Geschlecht, Einkommen und andere Risikofaktoren für Depression (sozialen Halt, körperliche Beschwerden, Gesundheitszustand) berücksichtigte.

FAZIT: Herzinsuffiziente mit ausgeprägtem spirituellem Wohlbefinden scheinen besser vor Depressionen geschützt zu sein. Wenn man hier ansetzen würde, könnte man die Lebensqualität und den Gesundheitszustand der Betroffenen erheblich verbessern. (EH)

Kardio-Depesche 18/2007