Trance in Bali
09/Januar/2008/08:15 Abgelegt in:Hypnose
Als Margaret Mead, Jane Belo und Gregory Bateson 1937 nach Bali gingen, geschah dies, um Selbsthypnose in der balinesischen Kultur zu studieren. Dort kann es zum Beispiel geschehen, dass ein Balinese zum Markt geht und auf dem Weg dorthin in eine tiefe Trance gerät, die Einkäufe erledigt, umkehrt und auf dem Nachhauseweg aus der Trance erwacht - oder in der Trance bleibt und einen Nachbarn besucht, der nicht in Trance ist, während er selbst darin verharrt. Selbsthypnose ist Teil des täglichen Lebens. Mead, Bateson und Belo untersuchten ihr Verhalten und brachten mir Filme für eine Untersuchung mit.
Dr. Mead wollte wissen, ob eine Trance in Bali dasselbe ist wie eine "westliche" Trance.
Lucy, eine Studentin, führte nun Bewegungen zur Körperorientierung aus, wie die Balinesen es tun, legte ihre Handflächen aufeinander, versuchte, auf den Zehen zu stehen und sich neu mit ihrem Körper bekannt zu machen. Das ist charakteristisch für eine Trance.
Dr. Mead wollte wissen, ob eine Trance in Bali dasselbe ist wie eine "westliche" Trance.
Lucy, eine Studentin, führte nun Bewegungen zur Körperorientierung aus, wie die Balinesen es tun, legte ihre Handflächen aufeinander, versuchte, auf den Zehen zu stehen und sich neu mit ihrem Körper bekannt zu machen. Das ist charakteristisch für eine Trance.
Kommentar: Die Geschichte zeigt, dass es möglich ist, alltägliche Dinge auszuführen wie einkaufen, Nachbarn besuchen usw., während man sich in einem Trancezustand befindet. Man braucht kein ungewöhnliches Verhalten an den Tag zu legen. Am Ende der Geschichte setzt Erickson die balinesische Trance in Beziehung zur westlichen und weist darauf hin, dass die körperorientierten Bewegungen eines Therapeuten (Lucy) in seiner Praxis denen der Balinesen ähnlich sind, wenn sie aus einer Trance herauskommen. Mit diesem Beispiel aus einer entfernten und für die meisten von uns exotischen Gegend übermittelt uns Erickson zwei Botschaften. Zum einen, dass Trance eigentlich eine gewöhnliche Erfahrung ist, die wir alle kennen. Zum zweiten, dass Trance etwas Exotisches und Betörendes ist.
Quelle: "Die Lehrgeschichten von Milton H. Erickson" Herausgegeben und kommentiert von Dr. Sidney Rosen, Verlag ISKOPRESS.
Quelle: "Die Lehrgeschichten von Milton H. Erickson" Herausgegeben und kommentiert von Dr. Sidney Rosen, Verlag ISKOPRESS.