Expertenstreit um TSH-Grenzwert - Millionen unter falschem Hypothyreose-Verdacht?

Ab wann ist die Schilddrüse schwach? Um diese Frage tobt ein heftiger Expertenstreit. Der entscheidende Punkt: Wie hoch darf der TSH - Wert sein, Im noch als normal durchzugehen? Bisher gelten 4 mU/l als obere Grenze. Doch neuerdings empfehlen Fachleute, den Cutoff viel tiefer anzusetzen:
Schon bei einem TSH über 2,5 mU/l wollen sie eine Hypothyreose unterstellen. Das ist viel zu niedrig, warnte Professor Dr. Bruno AlloIio von der Universitätsklinik Würzburg beim Internisten Update. Millionen gesunder Menschen würden irrtümlich zu Schilddrüsenkranken gestempelt, allein 40 % der über 5O-Jähriger wären plötzlich als latent hypothyreot eingestuft.

Quelle: Medical-Tribune 25.01.2008

Unser Kommentar: Laborwerte und ihre "Normalwerte" sind wie "Hausnummern". Wichtiger ist es, den Menschen zu behandeln, als seine Hausnummer, seine Symptome zu erfragen und zu verstehen, als Laborwerte zu behandeln, denn was ist schon "normal"? Statistik erzeugt mehr Verwirrung als Sicherheit. Wirklich sicher werden Menschen, wenn Sie gelernt haben, aus sich selbst heraus - selbstorganisatorisch - gesund zu werden, wenn Sie den biologischen Sinn ihrer Krankheitssymptome verstanden haben und einordnen, den Auslöseereignissen zuordnen können - immer wieder.