NICHT ZU KURZ UND NICHT ZU LANG: Wie lange dauert guter Sex?

7 bis 13 Minuten - so lautet die Antwort auf die alles entscheidende Frage, die in der vergangenen Woche die wissenschaftliche Diskussion in der Öffentlichkeit beherrscht hat. 3 bis 7 Minuten gehen noch als "adäquat" durch, alles andere ist zu kurz oder zu lang. So jedenfalls äußerten sich 34 Mitglieder der "Society for Sex Therapy and Research" in den USA im Rahmen einer Studie. Fast alle von uns geschätzten Tageszeitungen und Wochenmagazine haben dieses Thema begierig aufgegriffen.

Wir müssen zugeben, das Ergebnis hat uns überrascht. Seit Jahren hören wir auf Veranstaltungen der Potenzpille Cialis, dass das vierstündige Wirkzeitfenster dem Viagra-Patienten doch eine gewisse Zeitnot beschert, vor allem dann, wenn die Tabletteneinnahme überhastet geschieht, etwa bevor die Partnerin den BH geöffnet hat als untrügliches Zeichen, dass es losgehen kann. Wer entspannten Sex plant, der sollte lieber einer Erektionshilfe vertrauen, die 36 Stunden wirksam bleibt, hatten wir uns gemerkt.
Auf der anderen Seite macht dieses Studienergebnis das Erfolgsrezept der Franzosen plausibel, die in allen einschlägigen europäischen Vergleichsstudien mit einer mindestens doppelt so hohen Geschlechtsverkehrsfrequenz aufwarten wie wir Deutsche. Schon immer haben wir uns gewundert, wo unsere lebenslustigen westlichen Nachbarn eigentlich die Zeit hernehmen - zumal sie häufig im Bistro oder Restaurant ausharren, wenn es uns schon längst ins Bett zieht. Schon morgen werden wir ein Chronometer auf dem Nachttisch platzieren, welches uns das glücklich machende Zeitfenster akustisch signalisiert. Quelle: MMW Nr. 15/2008